Küchenbeleuchtung — Unterbau- und Schrankbeleuchtung
Wie man eine Küche richtig beleuchtet: Grundbeleuchtung, Arbeitsbeleuchtung über der Arbeitsplatte, Schrank- und Sockelbeleuchtung — Leuchtentypen, Farbtemperatur und Installation.
Drei Ebenen des Küchenlichts
- Grundbeleuchtung: eine Deckenleuchte oder Einbaustrahler — Hintergrundlicht für den ganzen Raum
- Arbeitsbeleuchtung: Unterbauleuchten über der Arbeitsplatte — gerichtet auf Schneide- und Kochbereich
- Akzent- und Dekobeleuchtung: Sockelbeleuchtung unter Unterschränken, in Glasschränken, Pendelleuchten über der Insel
Arbeitsbeleuchtung (Arbeitsplatte)
Das wichtigste Element. Ohne Unterbauleuchten steht man mit dem Rücken zur Grundbeleuchtung und arbeitet im eigenen Schatten.
- LED-Streifen: flexibel, in einem Kanal oder Profil unter dem Schrank montiert. Gleichmäßiges Licht über die ganze Länge
- Einbau- oder Spotstrahler: in den Schrankboden eingelassen. Gerichtetes Licht, leicht austauschbar
- Lineares LED-Profil: Aluminiumprofil mit Streifen innen — weiches, gestreutes Licht
- Position: nahe der Vorderkante des Schranks, nicht hinten — sonst blendet das Licht
Farbtemperatur
Die Farbtemperatur wird in Kelvin gemessen. In der Küche ist sie wichtig, um Lebensmittelfarben korrekt zu erkennen und Augenermüdung zu vermeiden.
- 2700–3000 K — Warmweiß: gemütliche Atmosphäre, lässt Essen aber gelblich wirken
- 3500–4000 K — Neutralweiß: optimal für die Arbeitszone, verfälscht keine Farben
- 5000–6500 K — kühles Tageslicht: belebend, aber unangenehm bei dauerhafter Nutzung
- Empfehlung: Arbeitsbeleuchtung 3500–4000 K; Grundbeleuchtung 2700–3000 K
Farbwiedergabeindex (CRI)
Der CRI misst, wie originalgetreu eine Lichtquelle Farben wiedergibt. 100 entspricht Tageslicht.
- CRI ≥ 80: das Minimum für eine Küche
- CRI ≥ 90: empfohlen für die Arbeitszone — wichtig, um die echte Farbe von Fleisch und Gemüse zu erkennen
- Günstige LED-Streifen haben oft nur CRI 70–75 — Lebensmittel wirken unnatürlich
Sockelbeleuchtung
- LED-Streifen unter den Unterschränken, auf den Boden gerichtet — erzeugt einen Schwebeeffekt
- Farbe: Warmweiß oder RGB für Atmosphäre
- Praktischer Nutzen: nächtliche Orientierung ohne das Hauptlicht einzuschalten
- Montage: in einem Sockelprofil oder hinter der unteren Blende
Innenbeleuchtung im Schrank
- Glastüren: LED-Streifen umlaufend im Inneren, oder Einbaustrahler oben
- Schubladen: ein Öffnungssensor schaltet das Licht automatisch ein — nützlich bei Unterschränken
- Für Schubladen: ein dünner LED-Streifen unter der oberen Kante der Zarge
- Reedkontakt (magnetisch) oder Bewegungssensor — Licht aktiviert sich beim Öffnen der Tür
Inselbeleuchtung
- Pendelleuchten: 2–3 in einer Reihe über der Insel, 65–75 cm über der Arbeitsplatte aufgehängt
- Lineare Pendelleuchte: eine lange Leuchte statt mehrerer — modern und funktional
- Dimmer: über der Insel unverzichtbar — anpassbar zwischen Kochen und Essen
Die Verkabelung für die Arbeitsbeleuchtung muss vor der Küchenmontage vorbereitet sein — eine 230-V-Steckdose oder ein Kabel für einen Trafo in jedem Hängeschrank. Nachträglich Kabel auf Putz zu verlegen wirkt unschön und ist deutlich aufwendiger.
Checkliste Beleuchtung vor der Montage
- 230-V-Steckdosen unter den Hängeschränken — eine pro 120 cm Reihe oder eine pro Schrank
- Eigener Stromkreis für die Dunstabzugshaube mit integrierter Beleuchtung
- Steckdose für Insel oder Essbereich — bei erhöhtem Niveau vor dem Estrich verlegen
- Dimmer im Stromkreis: für Insel- und Dekobeleuchtung
- Streifenspannung: vor dem Kauf eines Trafos 12 V oder 230 V prüfen